„Jeder Gesundheitsversorger ist willkommen“

Die Resonanz ist groß: Mehr als 70 Leistungserbringer im Gesundheitswesen bilden das Hygienenetzwerk Region Braunschweig, das sich vor wenigen Tagen gegründet hat. Was die Partner gemeinsam erreichen wollen, über welchen Trumpf das Netzwerk verfügt und von welcher Seite Unterstützung kommt, erläutert die Leiterin des Braunschweiger Gesundheitsamts, Dr. Sabine Pfingsten-Würzburg, im Interview.

Wie lauten die Ziele des Hygienenetzwerks Region Braunschweig?

Unser oberstes Ziel ist es, die Verbreitung antibiotikaresistenter Infektionserreger soweit als möglich zu stoppen. Besonders in Krankenhäusern sowie Alten- und Pflegeheimen stellen Infektionen mit diesen Erregern ein wachsendes Problem dar. Ein wesentliches Teilziel lautet, dass die Partner im Hygienenetzwerk eine gemeinsame Sprache finden.

Warum ist die Sprachfindung so wichtig?

Zum Hygienenetzwerk zählen Gesundheitsämter der Region, Krankenhäuser, die Ärztekammer, die Kassenärztliche Vereinigung, zahlreiche Alten- und Pflegeheime, die Rettungsdienste und viele mehr. Sie alle haben ihre Bereitschaft erklärt, an den Zielen mitzuwirken. Nach diesem tollen Start ist es nun wichtige Aufgabe des Netzwerks, sich auf ein gemeinsames Vorgehen zu einigen. Hierfür brauchen wir eine optimale Kommunikation zwischen den Partnern.

Welche Stärken sehen Sie, die das Erreichen der Ziele fördern?

Dass so viele Institutionen dazu entschlossen sind, sich in das Hygiene-Netzwerk einzubringen, ist ein großer Trumpf. Die breite Basis an Partnern aus allen Bereichen des Gesundheitswesens eröffnet uns viele Möglichkeiten, miteinander zusammenzuarbeiten und Lösungen zu finden, wie wir Infektionen mit antibiotikaresistenten Erregern am besten bekämpfen.

Wer hilft noch?

Auch von externer Seite bekommen wir Unterstützung, beispielsweise vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt, vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und von der Medizinischen Hochschule Hannover. Und eHealth.Braunschweig hilft uns bei der Netzwerkbildung und Schaffung der IT-Infrastruktur. Das sind alles starke Partner, die wir auch brauchen.

Was passiert nun nach dem Start? Wie sehen die ersten konkreten Schritte aus?

Wir werden Arbeitsgruppen gründen, Teilziele formulieren und bearbeiten: Screening-Standards und Kriterien für ein Qualitätssiegel erstellen, Überleitungsbögen überarbeiten und anpassen, Fortbildungen für Fachkreise, Ärzte und Pflegepersonal konzipieren, das Problem ins Bewusstsein der Öffentlichkeit bringen und vieles mehr. Derzeit ist ein wichtiges Thema die fehlende Finanzierung der Sanierung von Personen mit einer MRSA-Besiedlung. Dies Problem gilt es in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen, der Kassenärtzlichen Vereinigung und dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt anzugehen.

Das Hygienenetzwerk hat einen betont offenen Charakter. Wer kann sich beteiligen und wo kann man sich über Beteiligungsmöglichkeiten informieren?

Jeder Gesundheitsversorger der Region ist herzlich willkommen. Wer sich für die Teilnahme interessiert – als erste Ansprechpartner stehen mein Team und ich zur Verfügung.

Kontakt: Gesundheitsamt Braunschweig, Dr. Sabine Pfingsten-Würzburg, (05 31) 4 70 72 10.

www.hygienenetzwerk.de

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