eHealth.Braunschweig im Fokus des Landes

Das steigende Gesundheitsbewusstsein der Menschen, der demografische Wandel, der technologische Fortschritt – es gibt eine Reihe von Gründen, warum das Land Niedersachsen der Gesundheitswirtschaft hohe Wachstumschancen bescheinigt und eHealth weit oben auf die Agenda setzt. „Wenn wir Wachstum und Beschäftigung wollen, dann müssen wir uns mit diesem Thema befassen“, sagt Ulrich Petersen, Leiter der Abteilung Mittelstand im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. Dabei lohnt es sich, den Blick nach Braunschweig zu richten. „eHealth ist ein Wachstumsmarkt, und Braunschweig hat ihn gleich mit mehreren Akteuren nachhaltig besetzt.“

Projektstand und Zukunftsszenarien

Wie groß der Aktionsradius ist, in dem sich die eHealth-Branche mittlerweile in Niedersachsen bewegt, war in Braunschweig eindrucksvoll zu sehen. Die Landesinitiative eHealth.Niedersachsen hatte Impulsgeber und solche, die es vielleicht einmal werden, zur Veranstaltung „Fokus Braunschweig“ ins Altstadtrathaus eingeladen, um über den aktuellen Projektstand und Zukunftsszenarien zu diskutieren. Daraus resultierte nicht nur eine lange Gästeliste mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung, sondern auch eine erstklassig besetzte Podiumsrunde.

Weite Vernetzung

Das Klinikum Braunschweig und die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen, das Diakoniewerk Osnabrück, die promedtheus AG als IT-Berater im Gesundheitswesen und das Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der TU Braunschweig – sie alle waren auf dem Podium vertreten und belegten vor den vielen Gästen, wie weit die Vernetzung bei der Einbindung von IT-Lösungen in die Gesundheitsversorgung gediehen ist. „Hier können wir demonstrieren, was in Niedersachsen passiert“, sagte Ulrich Petersen und wies auf die vielen Partner aus allen Bereichen des Gesundheitssektors und aus der IT-Branche: „Ideen entstehen zunehmend regional und interdisziplinär.“

Schaffensdrang und Ausdauer

Vom Competence Center für die elektronische Signatur im Gesundheitswesen e.V. über das Hygienenetzwerk Region Braunschweig bis hin zum niedersächsischen Forschungsverbund zur Gestaltung altersgerechter Lebenswelten, zu dem mehr als 60 Wissenschaftler ihren Teil beisteuern – der Schaffensdrang zeigt sich in mehreren Projekten. Dabei ist allen Beteiligten bewusst, dass sie viel Ausdauer benötigen, bis sich Ergebnisse in Produkte und Dienstleistungen ummünzen lassen werden. „Wir brauchen noch lange, aber wir wissen schon viel mehr als zu Beginn“, betonte Professor Reinhold Haux, Leiter des Peter L. Reichertz Instituts.

Kritischer Geist

Wann wird es so weit sein, dass IT-Anwendungen ein selbstbestimmtes Leben im hohen Alter unterstützen? Wer soll die Entwicklungen bezahlen? Und wie will man die Hemmschuhe aus dem Weg räumen? Die freimütigen Fragen der Gäste und die ehrliche Diskussion auf dem Podium zeigten, dass die eHealth-Branche neben der Bereitschaft zur Zusammenarbeit auch ein kritischer Geist auszeichnet – beides ist vonnöten, um die Ziele zu erreichen. Ulrich Markurth, Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Braunschweig und Sozialdezernent der Stadt, zeigte sich in seinem Schlusswort optimistisch, dass sich der Erfolg einstellen wird. „Wenn es uns hier in der Region nicht gelingt, wüsste ich nicht, wem es sonst gelingen sollte.“

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