Eine Wohnung als Musterbeispiel – für mehr Lebens- und Versorgungsqualität im Alter

Wer wissen möchte, wie ältere Menschen viel länger als bisher in ihrer häuslichen Umgebung wohnen bleiben können, erhält in der Hallestraße 54 im Braunschweiger Stadtteil Heidberg die Antwort. Die Musterwohnung des Projekts eHealth.Braunschweig führt vor Augen, welche assistierenden Gesundheitstechnologien Lebens- und Versorgungsqualität erhöhen.

Was kann man tun, um bis ins hohe Alter hinein selbstständig im eigenen Zuhause zu wohnen? Unter dem Dach der Wohnberatung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) findet sich eine Reihe von Technologien, die das Leben leichter und sicherer machen – allesamt bezahlbare Nachrüstlösungen für Bestandswohnungen.

Technologien für individuellen Bedarf

„Die Assistenzsysteme können so gut wie überall eingebaut werden“, sagt Dr. Maik Plischke, Leiter des Projekts eHealth.Braunschweig. „Jeder kann sich aus dem Angebot das heraussuchen, was er für seine Wohnung und seine Bedürfnisse benötigt.“

Die Musterwohnung zeigt Besuchern die Technologien im praktischen Einsatz. Darunter befinden sich:

• Intelligente Leuchtsysteme: Die Beleuchtung wird automatisch eingeschaltet, wenn der Bewohner nachts für den Gang zur Toilette aufsteht.

• Automatische Sturzerkennung: Bewegungssensoren registrieren, wenn jemand hinfällt und liegen bleibt. Als Folge stellt das System den Kontakt zu Angehörigen oder zum Pflegedienst her.

• Erfassen gefährlicher Situationen: Kaffeemaschine oder Bügeleisen sind nicht abgeschaltet worden? Wenn die Tür ins Schloss fällt, werden sie automatisch vom Strom genommen. Wassersensoren erkennen eine Badewanne, die überläuft.

• Erleichterte Kommunikation mit dem Hausarzt: Wenn die Werte des Blutdruckmessgeräts dazu Anlass geben, wird aus der Wohnung eine elektronische Nachricht an die Praxis geschickt.

Forschung für die Praxis

Die Zusammenarbeit von vier Partnern hat das Wohnungsprojekt möglich gemacht: Neben dem DRK sind das das Braunschweiger Informatik- und Technologie-Zentrum als Projektleiter, die Nibelungen-Wohnbau GmbH, die die Wohnung zur Verfügung stellt und das Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der TU Braunschweig (PLRI) als Technologieausstatter. „Für uns ist es wichtig, dass unsere Forschung die Chance bekommt, in der Praxis eingesetzt zu werden“, sagt Professor Reinhold Haux, Geschäftsführender Direktor am PLRI.

Innovative Modellwohnung

Die Musterwohnung gibt es in dieser Form nur in Braunschweig. „Braunschweig steht bei der Einbindung von Informations- und Kommunikationstechnologien in das Gesundheitssystem deutschlandweit für Innovationen“, sagt Ulrich Markurth, Sozialdezernent der Stadt Braunschweig. „Die Modellwohnung im Heidberg ist ein Beleg dafür.“

Kostenlose Führungen

Wer sich die Wohnung anschauen möchte: Bei Voranmeldung führt die DRK-Wohnberatung kostenlos durch das Haus und informiert über den gezielten Einsatz von Assistenzsystemen, Umbaumaßnahmen und Finanzierungsmöglichkeiten.

Kontakt: Deutsches Rotes Kreuz, Ute Lütjohann, Tel. +49 (0)531 799 88 11, luetjohann(at)drk-kv-bs-sz.de.

Projekt-, Kooperations- und Presseanfragen richten Sie bitte an:

Dr. Maik Plischke, Braunschweiger Informatik- und Technologie-Zentrum, Tel. +49 (0)531 8852 2110, maik.plischke(at)bitz.it

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