Rüdiger Warnke: „Wir wollen lebenslanges Wohnen möglich machen“

Wie können wir unseren älteren Mietern die Unterstützung geben, die sie brauchen, damit sie sich im hohen Alter in ihren Wohnungen wohlfühlen? Das ist die Frage, die Rüdiger Warnke, Geschäftsführer der Nibelungen-Wohnbau-GmbH Braunschweig und Beiratsmitglied des Projekts eHealth.Braunschweig, leitet. Was für ihn das Gebot der Stunde ist, wodurch sich die Wohnung der Zukunft auszeichnet und welche starken Seiten der runde Tisch von eHealth.Braunschweig bietet, erzählt er im Interview.

Herr Warnke, warum beteiligt sich die Nibelungen Wohnbau am Projekt eHealth.Braunschweig?

Ein Drittel der Mieter, die in unseren Wohnungen leben, ist älter als 65 Jahre. In unseren Gesprächskreisen mit Seniorinnen und Senioren hören wir, dass sie sich wünschen, so lange wie möglich in ihren Wohnungen bleiben zu können und nicht in ein Seniorenwohnheim oder in eine Pflegeeinrichtung ziehen zu müssen. In dem Projekt eHealth.Braunschweig wollen wir den äußerst wichtigen Beitrag leisten, lebenslanges Wohnen bei uns zu ermöglichen.

Wie bringt sich die Nibelungen Wohnbau in das Projekt ein?

Indem wir beispielsweise am Fortschritt für die technische Ausstattung der Wohnungen mitwirken und mitentscheiden, welche Ideen umgesetzt werden. Wir möchten ganz vorn und als Erste mit dabei sein – auch um unsere Investitionen auf die Entwicklung ausrichten zu können. Es ist das Gebot der Stunde, sich jetzt auf den demographischen Wandel einzustellen.

Welche Techniken werden künftig in die Wohnungen Einzug halten?

Nach dem Stand der Technik ist unglaublich viel möglich. Wir sollten uns jedoch bei eHealth.Braunschweig nur davon leiten lassen, was die Menschen für eine gute Betreuung und zur Kontrolle des Gesundheitszustandes wirklich brauchen – unter Wahrung ihrer Intimsphäre und des Datenschutzes. Ganz wichtig ist es, eine geeignete Kommunikationsstruktur zur ärztlichen Versorgung aufzubauen; um zum Beispiel älteren Menschen, denen die Mobilität fehlt, den Weg zum Arzt zu ersparen. Durch die Ausstattung mit Bewegungssensoren kann man feststellen, dass jemand gestürzt ist und Hilfe benötigt.

Wie weit sind die Ideen bereits fortgeschritten?

Wir stehen mit eHealth.Braunschweig am Anfang der Entwicklung und haben das hohe Tempo ein bisschen zurückgenommen, was ich für den richtigen Weg halte. Wir sind bei der Lösungssuche nicht in Eile, dürfen aber auch nicht zu lange warten.

Welche starken Seiten weist eHealth.Braunschweig auf, um die richtigen Lösungen finden zu können?

Es hat sich ein sehr guter, qualifizierter runder Tisch in Braunschweig zusammengefunden, der im Interesse der Menschen, des technologischen Fortschritts und der Schaffung von Arbeitsplätzen gemeinsam nach vorn schaut und vieles bewegen will. Alle, die am Tisch sitzen, können von der Zusammenarbeit profitieren. Das ist eine hervorragende Basis.

Was ist für Sie die höchste Hürde, die es zu überwinden gilt?

Eindeutig die finanzielle Ebene. Wie kann die Solidargemeinschaft insgesamt die technologische Entwicklung und die Ausstattungsmöglichkeiten bezahlen? Welchen finanziellen Beitrag können Krankenversicherungen, öffentliche Hand, Wohnungsunternehmen und die Menschen, die in den Wohnungen leben, leisten? Wir müssen bei eHealth.Braunschweig den blinden Fleck, den es in dieser Hinsicht noch gibt, gemeinsam ausfüllen. Nicht heute oder morgen, aber langfristig müssen in diesem Kontext Lösungen gefunden werden.

eHealth.Braunschweig ist auf die Zukunft ausgerichtet. Wie sieht Ihre persönliche Vision aus?

Meine Vision und mein Herzenswunsch ist, dass die Nibelungen Wohnbau in vier, fünf Jahren technische Angebote bereithält, aus denen unsere Kunden genau das auswählen können, was sie individuell benötigen – sei es die elektronische Blutdruckmessung oder die elektronische Sturzprophylaxe. Wichtig ist, dass die Auswahlmöglichkeiten unsere Mieter nicht überfrachten und bevormunden. Die Technik soll eine hohe Akzeptanz finden und das Wohnen und den Lebensalltag erleichtern.

Netzwerk Deutsche Gesundheitsregionen e.V.

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Durch die Kooperationen im Netzwerk Deutsche Gesundheitsregionen e.V. soll das Bild der Gesundheitswirtschaft geschärft und die Kompetenzen von eHealth.Braunschweig mit eingebracht werden – sowohl in der nationalen Wahrnehmung wie vor allem aber auch in der außenwirtschaftlichen Perspektive.

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